Wissenswertes zum Tarif 590

Die brennendsten Fragen rund um den Tarif 590

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Fragen zur Software

Was ist eine Cloud- oder Internetlösung?

Wie beim eBanking wird bei einer Cloud- oder Internetlösung die Praxissoftware nicht auf Ihrem Rechner installiert, sondern via Internet zur Verfügung gestellt. Dazu öffnen Sie die Internetseite des Anbieters, loggen sich dort mit Ihrem Passwort ein und haben einen geschützten Bereich für sich zur Verfügung. Der Anbieter ist Ihnen gegenüber verantwortlich für die Sicherstellung der Datenarchivierung, für Sicherheitskopien und Massnahmen zum Datenschutz. Sie müssen sich auch nicht darum kümmern, dass Updates installiert und der Virenschutz sichergestellt werden. Voraussetzung ist natürlich eine entsprechende vertragliche Regelung mit dem Anbieter.

Experten sind sich einig: über kurz oder lang werden sich die Cloud-Lösungen durchsetzen.

Was ist eine lokale Lösung?

Bei einer lokalen Lösung installieren Sie die Software auf Ihrem Computer (analog Word oder Outlook). Dadurch haben Sie alle Daten direkt bei sich. Sie sind in diesem Fall aber auch direkt verantwortlich für die Datensicherung, den Virenschutz, die Updates der Software sowie die Archivierung der Rechnungen und Behandlungsdaten.

Lokale Lösung: Was sind die Anforderungen an Backups, Archivierung und Virenschutz?

Bei einer lokalen Lösung sind Sie direkt verantwortlich für die Datensicherung, den Virenschutz, die Updates der Software sowie die Archivierung der Rechnungen und Behandlungsdaten. Die Behandlungsdaten müssen über einen Zeitraum von 10 Jahren archiviert werden. Ausserdem müssen Sie laufend Backups erstellen.

Dies erfordert schon einiges an Informatikkenntnissen: einfach monatlich Ihre Daten auf einen Memorystick zu speichern reicht als Backup nicht aus – und ein schlechtes Backup ist nur wenig besser als gar kein Backup. Es stellt sich auch die Frage, wie gut der Zugang zu Ihrem Gerät geschützt ist: Wie einfach wäre es, dass Ihr Computer in fremde Hände gerät? Dies ist ein Punkt, den man sich oft gar nicht überlegt...

Auch der Virenschutz ist bei der lokalen Lösung in Ihren Händen. Verpassen Sie es also nicht, laufend die aktuellsten Virenschutzupdates für Ihr Virenschutzprogramm zu installieren.

Cloud-Lösung: Was sind die Anforderungen an Backups, Archivierung und Virenschutz?

Gemäss der aktuellen Gesetzgebung besteht in den meisten Kantonen die Pflicht, Patientendaten ab der letzten Behandlung über einen Zeitraum von 10 Jahren zu archivieren. Dies muss somit durch den Anbieter vertraglich gewährleistet werden. Daneben sollte der Anbieter über redundante Datencenter verfügen, das heisst, dass Ihre Daten immer parallel an zwei geographisch entfernten Orten abgespeichert sind. Dies stellt sicher, dass beispielsweise bei einem Brand des Datencenters Ihre Daten nicht verloren sind. Des Weiteren muss ein laufendes Backup wie auch ein aktueller Virenschutz durch den Anbieter sichergestellt werden.

Achtung: Auch wenn Sie sich für eine Internetlösung entscheiden, bleiben Sie für die Aufbewahrung der Daten verantwortlich und Sie müssen sich vergewissern, dass Ihr Anbieter diese Vorgaben einhält. Wir empfehlen daher, dass Sie das Angebot des Anbieters prüfen und sich vertraglich Kontrollrechte einräumen lässt.

 

Cloud-Lösung: Was ist bzgl. Datensicherheit zu beachten?

Folgende Punkte sind relevant: 

1. Verschlüsselung der Datenverbindung zum Anbieter

Die Verbindung zwischen Ihrem Computer und dem Anbieter muss geschützt werden. Stellen wir uns eine Leitung vor, durch welche die Daten fliessen: je massiver diese Leitung, desto besser sind Ihre Daten geschützt. Die Datenverbindung wird mit einer Verschlüsselung sichergestellt. Vereinfacht gesagt ist die Verschlüsselung ausreichend, wenn Sie in Ihrem Browser in der Adresszeile ein grünes Vorhängeschloss sehen. Technisch empfehlen wir eine HTTPS Verbindung basierend auf einer sogenannten 256-bit Verschlüsselung und einer Transportsicherheitsstufe (TLS) 1.2 oder 1.3. Mit diesem Fachchinesisch können Sie wahrscheinlich nicht viel anfangen, aber fragen Sie Ihren Anbieter, ob seine Verschlüsselung diesen Anforderungen standhält.

2. Zugriffsschutz

Dem Passwort kommt ebenfalls eine wichtige Rolle zu. In der Fachsprache wird hier von „Authentisierung“ gesprochen. Nehmen wir an, Ihr Login Name ist „max@bluewin.ch“, und das Passwort lautet ebenfalls „Max“. Sie können sich denken, dass dieses Passwort einfach zu knacken ist. Ein Passwort sollte generell mindestens 8 Zeichen lang sein, möglichst unleserlich sein und Sonderzeichen, Gross- und Kleinbuchstaben sowie Ziffern enthalten.

Im Idealfall bietet Ihr Anbieter eine noch sicherere Dreifaktor-Authentisierung an. Dabei wird neben dem oben erwähnten Passwort beim Login noch eine weitere Sicherheitsstufe eingebaut und Sie bekommen wie beim eBanking während dem ersten Login am Tag jeweils noch einen kurzen Code via SMS zugeschickt. Diese weitere Sicherungsstufe ist natürlich etwas aufwändiger, aber dafür nochmal um einiges sicherer.

3. Datenhosting:

Da es sich bei Patientendaten um besonders schützenswerte Personendaten gemäss Datenschutzgesetz handelt, wird grundsätzlich aus der Datenschutzgesetzgebung heraus empfohlen, die Daten wenn immer möglich in der Schweiz hosten zu lassen. Eine Auslagerung von Informationen in eine Cloud mit Rechenzentren im Ausland setzt voraus, dass in allen Ländern, in denen die relevanten Rechenzentren betrieben werden, ein angemessener Datenschutz besteht.

4. Archivierung, Backup und Virenschutz

Ihr Anbieter muss vertraglich Gewähr bieten, dass er die Patientendaten ab der letzten Behandlung über einen Zeitraum von 10 Jahren für Sie archiviert, dies ist aus rechtlichen Gründen in den meisten Kantonen nötig. Daneben sollte der Anbieter über redundante Datencenter verfügen, das heisst, dass Ihre Daten immer parallel an zwei geographisch entfernten Orten abgespeichert sind. Dies stellt sicher, dass beispielsweise bei einem Brand des Datencenters Ihre Daten nicht verloren sind. Des Weiteren muss ein laufendes Backup wie auch ein aktueller Virenschutz durch den Anbieter sichergestellt werden.

Cloud-Lösung: Worauf muss ich achten, wenn meine Daten im Ausland gehostet werden?

Eine Auslagerung von Informationen in eine Cloud mit Rechenzentren im Ausland setzt voraus, dass in allen Ländern, in denen Rechenzentren betrieben werden, ein angemessener Datenschutz besteht. Bei einem Empfänger mit Rechenzentren in einem Staat, der gemäss der entsprechenden Staatenliste des EDÖB (abrufbar unter https://www.edoeb.admin.ch/datenschutz/00626/00753/index.html) einen angemessenen Datenschutz aufweist (beispielsweise EU), sind keine zusätzlichen Massnahmen zu treffen.

Besteht kein angemessener Datenschutz, dann muss die Angemessenheit durch entsprechende Garantien sichergestellt werden. In der Regel geschieht dies dadurch, dass eine vertragliche Vereinbarung mit dem Cloud-Anbieter getroffen wird, wobei meist die sogenannten «EU-Standardvertragsklauseln» verwendet werden. Bei einem Anbieter mit Rechenzentren in den USA kann die Angemessenheit auch sichergestellt werden, wenn der Datenempfänger in den USA sich nach dem sogenannten Swiss-US-Privacy Shield zertifizieren lässt.

Wie lange müssen Patientendaten gesichert werden? Wer ist dafür verantwortlich?

Gemäss der aktuellen Gesetzgebung besteht in den meisten Kantonen die Pflicht, Patientendaten über 10 Jahre aufzubewahren. Die Aufbewahrungsfrist beginnt in der Regel erst nach Ablauf der Behandlung.

Wenn Sie eine lokale Lösung haben, sind Sie selber verantwortlich für die Aufbewahrung der Daten. Auch wenn Sie sich für eine Internetlösung entscheiden, bleiben Sie für die Aufbewahrung der Daten verantwortlich, und Sie müssen sich vergewissern, dass Ihr Anbieter diese Vorgaben einhält. Dies erfolgt, indem Sie das Angebot des Anbieters prüfen und sich vertraglich Kontrollrechte einräumen lässt. Zertifizierungen nach anerkannten internationalen Normen erleichtern die Kontrolle des Anbieters.

Cloud-Lösung: Wie weiss ich, wie sicher meine Internetverbindung ist?

Die Sicherheit Ihrer Verbindung wird vom Softwareanbieter gesteuert. Eine Indikation dazu erhalten Sie im Adressfeld Ihres Browsers: Wenn Sie dort ein kleines grünes Vorhängeschloss sehen, besteht eine verschlüsselte Verbindung. Dies ist zu empfehlen, da es sich bei Patientendaten um besonders schützenswerte Personendaten gemäss Datenschutzgesetz handelt.

Technisch empfehlen wir eine HTTPS Verbindung basierend auf einer sogenannten 256-bit Verschlüsselung und einer Transportsicherheitsstufe (TLS) 1.2 oder 1.3.

Mit diesem Fachchinesisch können Sie wahrscheinlich nicht viel anfangen, aber fragen Sie Ihren Anbieter, ob seine Verschlüsselung diesen Anforderungen standhält.

Fallen zusätzliche Kosten bei weiteren Updates an?

Updates sind bei den meisten Lösungen inberiffen. Hier lohnt es sich, den Anbieter nach den genauen Bedigungen zu fragen.

Funktionieren die Tarif 590 Lösungen nur für Einzelpraxen, oder können wir auch als Gruppenpraxis damit arbeiten?

Die meisten Lösungen funktionieren auch für Gruppenpraxen.

Wie kann ich meine Patientendaten in ein Tarif-590 Abrechnungssystem importieren oder exportieren?

Die meisten Lösungen bieten eine Importmöglichkeit für Daten an.

Informieren Sie sich sicherheitshalber bei Ihrem Anbieter auch über die Exportmöglichkeiten für Ihre Daten, denn eventuell benötigen Sie eines Tages auch diese Funktionalität.

Kann ich auch über ein Tablet oder Smartphone auf meine Patientendaten zugreifen?

Bei Cloud-Lösungen: Ja. Ansonsten: Nein.

Allgemeine Fragen zum Tarif 590

Ändert sich für mich als Therapeut/in etwas an der Registrierung bei den Registrierungsstellen?

Nein. Der Tarif 590 und das einheitliche Rechnungsformular wirken sich nicht auf Ihre Registrierung aus. Mit Ihrer Registrierung weisen Sie u.a. Ihre Qualifikation nach. Der Tarif 590 bezieht sich einzig auf die Rechnungsstellung.

Kann ich den Tarif 590 und das Rechnungsformular auch für Krankenversicherer verwenden, die nicht zur Arbeitsgruppe des „Versichererteams Komplementärmedizin“ gehören?

Ja. Das Rechnungsformular wir von allen Krankenkassen akzeptiert. Beim Tarif 590 handelt sich um einen schweizweit gültigen Tarif, und das Rechnungsformular erfüllt den aktuellen Branchenstandard.

Ich gehöre keinem Verband an und/oder habe kein eidgenössisches Diplom erlangt. Muss ich trotzdem meine Rechnungen umstellen?

Ja. Der neue Tarif 590 gilt unabhängig von einer Verbandszugehörigkeit oder Registrierung als verbindlich.

Wie kann ich mit dem Tarif 590 meine Untersuchung oder Befunderhebung am Patienten abrechnen?

Dafür steht Ihnen neu die Tarifziffer 1200 zur Verfügung. Alle Leistungen, z. B. im Rahmen
der Erst- oder Folgekonsultation, die mit der Anamnese, Befunderhebung, Untersuchung oder Diagnosestellung zusammenhängen, können mit dieser Ziffer verrechnet werden.

Wie verrechne ich Leistungen, für die im Tarif 590 keine Tarifpositionen vorhanden sind?

Hierfür können Sie den Tarif 999 verwenden und Ihren eigenen Text hinzufügen, wie z. B. versäumte Konsultation, Notfallzuschlag, Blutegel, Verbandsmaterial usw.

Werden Leistungen im Tarif 999 (Freitext) vom Versicherer nicht vergütet?

Die Verwendung des Tarifs 590 oder 999 gibt den Therapeuten keine Gewähr, dass die Leistungen vom Versicherer rückvergütet werden. Die Versicherer sind im Zusatzversicherungsbereich frei in ihren Bedingungen. D. h. jeder Versicherer entscheidet selber, ob und welche Leistungen gemäss seinen Versicherungsbedingungen vergütet werden.

Wie soll ich diese 5-Minuten-Schritte des Tarifs 590 verstehen?

Die 5-Minuten-Schritte stellen die kleinste verrechenbare Einheit dar. Sie können Ihre Leistungen pro angefangene 5 Minuten abrechnen und müssen nicht jede Minute angeben.

Wie rechne ich meinen bisherigen Honoraransatz um und passe ihn an das neue Rechnungsformular und den Tarif 590 an?

Die Tarifziffern des Tarifs 590 sind jeweils in 5-Minuten-Schritten angegeben. Wenn Sie beispielsweise CHF 120.– pro Stunde verrechnen, dann müssen Sie diesen Honoraransatz durch 12 teilen und erhalten so den Preis pro 5 Minuten. In unserem Beispiel wären dies CHF 10.– pro 5 Minuten.

Bleiben die Tarifziffern über die nächsten Jahre immer die gleichen?

Grundsätzlich sind Änderungen jederzeit möglich, damit der Tarif 590 auch jederzeit aktuell ist. Der Tarif 590 wird regelmässig  weiterentwickelt und optimiert. Eine Versionsänderung findet in der Regel jährlich statt. Daher sollten Sie zum 1. Januar jeweils den aktuellen Tarif 590 bzw. die neuste Version des PDF-Rechnungsformulars herunterladen.