Alle Therapeutinnen und Therapeuten, welche die Höhere Fachprüfung HFP mit eidgenössischem Diplom ablegen möchten, müssen mit dem ersten Prüfungsmodul P1, der Fallstudie beginnen. Wie bereiten  Sie sich am besten darauf vor?

Mit der Planung der Fallstudie sollten Sie etwa 1 Jahr vor der Höheren Fachprüfung HFP beginnen. Zu diesem Zeitpunkt müssen Sie eine evtl. gemachte Passerelle bereits mit Diplom abgeschlossen haben. Am besten wählen Sie einen Fall aus, der ein Hauptproblem behandelt, aber trotzdem eine gewisse Komplexität beinhaltet, damit Sie ihn auf verschiedenen Ebenen beleuchten können. Alle prüfungsrelevanten Therapiemethoden müssen vorkommen, und die Behandlungsdauer muss mindestens 6 Monate betragen. Das Thema sollte fassbar und klar sein: Je mehr Erfahrung Sie auf diesem Gebiet haben und je mehr es Sie persönlich interessiert, desto besser.

4 Schritte zur Vorbereitung der Fallstudie HFP

Schritt 1:  Informationen sammeln: Machen Sie eine ausführliche Anamnese, die alles einbezieht, was den Patienten betrifft und entscheiden erst am Ende, was für die Diagnose wichtig ist. Beachten Sie dabei auch die schulmedizinische Abklärung und das Umfeld des Patienten.

Schritt 2: Therapie planen: Sie sollten den Fall aus alternativmedizinischer und schulmedizinischer Sicht einschätzen und die Ziele genau definieren. Dabei ist es besonders wichtig, diese Ziele mit dem Patienten abzustimmen und auf seine persönlichen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.

Schritt 3: Therapie durchführen: Führen Sie alle therapeutischen Mittel und Methoden auf und erklären Ihr Therapiekonzept und den Verlauf nachvollziehbar. Es ist immer gut, bei jeder Behandlung ein Ziel anzugeben und die Reaktion des Patienten zu beschreiben.

Schritt 4: Therapie evaluieren: Am Ende müssen Sie Ihre Therapie beurteilen und die Ergebnisse sowie Ihre Denk- und Arbeitsprozesse erklären. Dabei ist es nicht entscheidend, ob Ihre Therapie erfolgreich war oder nicht.

Das Wichtigste zur HFP zum Schluss

Tipp: Achten Sie darauf, jegliche verwendete Literatur exakt zu zitieren. Eigene Erfahrungen sollten Sie als solche kennzeichnen. Aussagen von Patienten können sie mit Anführungszeichen und kursiv wiedergeben. Internetquellen müssen mit Link und Datum angegeben werden.

Wichtig auch: Eigene Ideen können Sie immer einbringen – egal ob mit oder ohne Therapieerfolg. Sie sollten Ihre Ideen aber immer kritisch hinterfragen und richtig beurteilen.

Haben Sie schon mit der Fallstudie begonnen oder sie sogar schon abgeschlossen? Können Sie Vorbereitungskurse empfehlen oder hat Ihnen so ein Kurs gar nichts gebracht? Lassen Sie uns Ihre Erfahrungen wissen!

Please follow and like us:
Karin Sandmaier

Ursprünglich habe ich Bio- und Lebensmitteltechnologie in Deutschland und Frankreich studiert, doch nach über 20 Jahren Arbeit als Chemie-Ingenieurin in der Lebensmittel- und Pharmabranche wollte ich mehr. Es war mir alles zu theoretisch und zu wissenschaftlich. So machte ich berufsbegleitend die Ausbildung zur dipl. Akupunkteurin und arbeite nun in meiner eigenen Praxis in Erlinsbach sowie im Gesundwerk, einer integrativen Hausarztpraxis in Aarau. Der grosse Garten rund um unser Haus hat mich inspiriert, mich näher mit Heilpflanzen zu befassen – und so studierte ich zusätzlich die Heilkräuterlehre nach TCM mit westlichen Pflanzen. Diese beiden Disziplinen ergänzen sich wunderbar: die Akupunktur bewegt die Energie, die Heilkräuter nähren die Energie, bzw. das Yin oder das Yang. Auch mit der Tui Na/An Mo-Massage, deren Ausbildung ich als letztes absolvierte, kann ich sehr schön Energien bewegen oder Stagnationen lösen. Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich diesen zweiten Berufsweg einschlagen konnte. Er ist für mich sehr erfüllend, und es macht mir grosse Freude, Menschen ein Stück weit auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen zu mehr Wohlbefinden zu verhelfen.

Website: www.akupunktur-heilkraeuter.ch